Geschichte des SV Geismar

 

Der SV Geismar 1952 e.V. blickt nun auf eine 64-jährige Sportgeschichte zurück. Es gab allerdings schon lange vor der Gründung des Sportvereins eine Begeisterung für den Sport und insbesondere für den Fußball. Die Gründung im Jahre 1952 ist vor allem dem Geismarer Schuldirektor und langjährigen Vereinsvorsitzenden Heinrich Heinz zu verdanken. Damals gründete man mit 13 Mitgliedern drei Sektionen: Fußball, Schach und Motorsport. Die offizielle Gründung wird dabei auf den August 1952 datiert. Im Oktober fand zu diesem feierlichen Anlass auch ein Gründungsball statt. Die damalige Sportgemeinschaft – kurz SG – Geismar/Rhön erfreute sich dabei in kürzester Zeit einem regen Interesse im Ort, sodass man zum Beispiel bereits im Mai 1953 zwei Herrenmannschaften betreute. Aufgrund der politischen Situation gab es dabei von Beginn einiges an Organisationsaufwand und sehr viel Schriftverkehr mit den Behörden. So musste man Anträge für Spiele im gesamtdeutschen Raum bereits mehrere Wochen vorher einreichen. Die Spieler bekamen dann sogenannte „Interzonenpässe“ ausgestellt. Mannschaften außerhalb des ehemaligen Sperrgebiets brauchten für jedes Spiel in Geismar eine Einreisegenehmigung. Heinrich Heinz war deshalb nicht müde, die Bedeutung der SG im „vorgeschobenen Grenzgebiet“ immer wieder zu betonen. Berichte zu Spielen enthielten Bemerkungen wie: „Neben dem Spieltechnischen kommt es besonders auf einen konkreten Inhalt in ideologischer und organisatorischer Sicht an.“
Am 7. Juli 1953 wurde dann das erste Sportfest ausgerichtet. Dazu fanden Wettbewerbe in Fußball und Tischtennis statt. Am Fußballturnier nahmen damals Mannschaften von Spahl, Geisa,  Borsch und Motzlar teil. Sieger wurde dabei der BSG Traktor Geisa II der sich bemerkenswerterweise aufgrund eines besseren Eckenverhältnisses gegen die punktgleiche SG Borsch II durchsetzte. Die Veranstaltung wurde abends mit einem Sportlerball abgerundet.

Nachdem man zunächst an der Geismarer „Städe“ eine Möglichkeit zum Spielen gefunden hatte, wurde der Spielbetrieb später an den „Strick“ verlegt, wo er sich auch heute noch befindet. Dazu wurden damals schwere, landwirtschaftliche Fahrzeuge der MAS (Maschinen-Ausleih-Station, Vorläufer der MTS) herangezogen, um den Platz halbwegs bespielbar zu machen. Einen großen Schritt nach vorne machte der Verein dann durch den Bau des ersten Sportlerheims auf der diagonal gegenüberliegenden Position des heutigen Sportlerheims. Dieses wurde im Jahre 1958 begonnen und im „Rahmen des Nationalen Aufbauwerkes“ errichtet. Für das Haus aus Stein hatte Lehrer Heinz damals extra Material besorgt, was damals keine Selbstverständlichkeit war. Das kleine Häuschen hielt viele Jahre und wurde erst nach der Wende durch das heutige Sportlerheim ersetzt.

1960 erfolgte dann die Umbenennung des Vereins in Betriebssportgemeinschaft (BSG) Traktor Geismar. Die BSG führte damals in ganzen fünf Sektionen, nämlich Fußball, Leichtathletik, Tischtennis, Schach und Kegeln einen regelmäßigen Wettkampf- und Übungsbetrieb durch. So errangen die Geismarer zum Beispiel in den 60er Jahren zwei Kreismeistertitel im Schach (H. Heinz, P. Kiel, Beck). 1969 wurde zum 20. Jahrestag der DDR hinter dem heutigen Haus von Albert Fürst eine Kegelbahn fertiggestellt. Dazu hatte man Förderbänder aus dem Kalibetrieb organisiert. Auch im Bereich Leichtathletik war der Verein in den 60er und 70er Jahren sehr erfolgreich, vor allem dank des Einsatzes von Rudi Warg. So erreichte die BSG Geismar im März 1970 zur Bad Salzunger Kreis-Langstrecken-Meisterschaft überraschend den 3. Platz. Unter den Medaillengewinnern waren damals Rosalinde Bein, Maria Arnreich (beide 2000 m) und Erwin Waider (5000 m). Rosalinde Bein hatte bereits Ende der 60er Jahre gleich mehrere Kreis- und Bezirksmeistertitel errungen. 1973 wurde Eberhard Schmelz Kreismeister auf der Langstrecke. Um die Geschicke im Fußball kümmerte sich damals vor allem Hans Behrendt, der leider später nach Buttlar zog. Zum 25-jährigen Bestehen 1977 hatte die BSG ganze 166 Mitglieder. Das war eine stolze Zahl angesichts ungefähr 600 Geismarer Einwohner. Dank vieler freiwilliger Helfer konnte man im Sommer 1980 nach zweijähriger Arbeit den neuen Sportplatz einweihen. Das Einweihungsspiel der neuen „Sportstätte des Friedens“ fand damals zwischen der BSG Traktor und Motor Suhl statt.

Im Sommer 1985 wurde die Jugendmannschaft der BSG Traktor Geismar Kreismeister und Kreispartakiadensieger. Dies war bereits der siebte Kreismeistertitel in ununterbrochener Folge des Jahrgangs um Roland Bittorf und wies damit auf die wenig später wohl erfolgreichste Zeit im Männerfußball hin.  Nachdem man 1990 den Aufstieg in die Bezirksklasse noch knapp verpasste und sich „nur“ mit dem Gewinn des Kreispokals begnügen musste, wurde dieser in der darauffolgenden Saison nachgeholt. Neben dem Gewinn des Kreismeistertitels durfte man sich auch in dieser Saison erneut über den Kreispokalgewinn freuen und spielte folgerichtig ab der Saison 1991/92 in der Bezirksklasse. Inzwischen hatte man sich auch in SV Geismar 1952 e.V. umbenannt. Im Juni 1995 schafften die Geismarer den Sprung in die Bezirksliga. Im Frühjahr 1994 wurde der Grundstein für den Bau des neuen Sportlerheims gelegt und im Dezember 1994 stand bereits der Rohbau, der durch die Eigenleistung der Sportler entstand. Das Material wurde von der Gemeinde gekauft. Mit Fördermitteln und Hilfe der Gemeinde wurde das Sportlerheim fertiggestellt und schließlich am 16. März 1996 eingeweiht. Die Geschicke des Vereins wurden in dieser Zeit vor allem durch Karl-Josef Trabert und Matthias Hahn gelenkt. Nach dem Abstieg der 1. Herrenmannschaft aus der Bezirksliga im Jahr 1997 folgten einige Jahre in der Kreisliga; auf zwei Abstiege in die 1. Kreisklasse 2004 und 2007 folgte der direkte Aufstieg 2005 sowie nach drei Jahren Kreisklasse 2010 der Wiederaufstieg in die Kreisliga.

Für die hoffnungsvollen Talente im Nachwuchsbereich sollten allerdings bessere Entwicklungsmöglichkeiten geschaffen werden. Außerdem musste man auf den Spielerschwund bedingt durch die geburtenschwächeren Jahre reagieren. Deshalb entschied man sich zum Beginn der Saison 2012/13 für eine Spielgemeinschaft im Herrenbereich mit dem SV Borsch. Aus jeweils zwei Mannschaften wurden insgesamt drei neue gebildet. Die erste Mannschaft spielt nach dem Staffelgewinn der Landesklasse West 2013/14 nun in der Thüringenliga – Thüringens höchster Spielklasse - und wird in Borsch betreut. In Geismar spielen demnach die zweite und dritte Mannschaft der Herren.

Parallel dazu entwickelte sich die 1994 gegründete Geismarer Damenmannschaft in den letzten Jahren sehr erfolgreich. Nach dem Gewinn des Kreispokals in den Saisons 2011/12 sowie 2012/13 folgten der Staffelsieg und der Kreismeistertitel 2013/14. Im Kreispokalfinale musste man sich dazu 2013/14 nur knapp geschlagen geben. Die Damenmannschaft entschied sich folglich für den Aufstieg in die Landesklasse West und schlägt sich dort derzeit sehr wacker. Die vor ein paar Jahren in den Spielbetrieb eingestiegene Altherren-Mannschaft konnte in den letzten beiden Jahren ebenfalls die Endrunde der Kreismeisterschaft erreichen.

Im Nachwuchsbereich arbeitet man seit mehreren Jahren innerhalb der Spielgemeinschaft Ulstertal mit den Vereinen SV Borsch, SV Buttlar und der SG Bremen zusammen. In Geismar spielen aktuell zwei Nachwuchsmannschaften, die der C- und E-Junioren.

Die Sportanlage ist zweifelsohne eine der besten im Umkreis und Stolz des Vereins. Im Jahr 2004 wurde der Hauptplatz neu hergestellt und der ehemalige Kleinfeldnebenplatz zu einem Trainingsplatz erweitert. Nachdem man Ende der 70er Jahre schon einmal am Ortsausgang Richtung Spahl seine Spielstätte bezogen hatte, wichen die Mannschaften diesmal in die Nachbarorte aus. Während der Umbauphase spielten die Damenmannschaft für eine Saison in Ketten und die Herrenmannschaft in Motzlar. Somit konnte der damalige Aufstieg der Männermannschaft auch einmal in Motzlar gefeiert werden. Die Einweihung fand im Juli 2005 statt. Zum Eröffnungsspiel war der damalige Bezirksligist vom SV Borsch gegen den einheimischen  Kreisligaaufsteiger zu Gast. Der Einmarsch wurde durch die Geismarer Kapelle begleitet und die Nationalhymne wurde gespielt. Bei der Erweiterung und dem Erhalt der Sportanlage hatten neben dem damaligen Vereinsvorsitzenden Ingo Graupner, Heiko Karpinski und Karl-Josef Trabert durch ihren unermüdlichen Einsatz in vielen freiwilligen Stunden besondere Verdienste. Durch den damaligen Bürgermeister Josef Trabert wurde das Vorhaben ebenfalls gut unterstützt.

Neben dem Fußball gab es zudem schon einmal eine Gymnastikgruppe, welche 1984 von der Grundschullehrerin Kerstin Rothe gegründet wurde. Sie umfasste damals ungefähr 15 Mitgliederinnen unterschiedlichen Alters. Nach der Grenzöffnung schlossen sich außerdem Frauen von  Setzelbach und Rasdorf an.

Erfreulicherweise etablierte sich in den letzten Jahren neben dem Fußball eine Abteilung Tischtennis. Diese erfreute sich in kürzester Zeit einer großen Beliebtheit. Die Männer aus Geismar und zahlreichen Nachbarorten schafften dabei die Tischtennisplatten und übriges Spielmaterial durch Eigenfinanzierung an. Punktspiele sowie Training finden in der Geismarer Sporthalle statt. Zurzeit befinden sich vier Mannschaften im Punktspielbetrieb. Diese spielen in der 1., 2. und 3. Kreisliga Wartburgkreis. Die erste Mannschaft konnte demzufolge bereits zwei Aufstiege feiern.

Der Ende des Jahres 2014 neugewählte Vorstand wird nun von Andre Birkenbach als Vereinsvorsitzendem angeführt. Nach nunmehr 64 Jahren Sportgeschichte mit tollen Erfolgen und gemeinsamen Errungenschaften in und um den SV Geismar 1952 e.V. hofft der Verein natürlich auf viele weitere erfolgreiche Jahre in guter Gemeinschaft und in „Frohsinn überall“.